Die Bauern ziehen ins Moor

Eines der schönsten Spiel, wenn nicht gar das schönste, der letzten Jahre ist mit Sicherheit Agricola. Selbst Wenig-Spieler werden häufig in den Bann dieses Spieles gezogen. Doch was macht dieses Spiel eigentlich so faszinierend? Ein wichtiger Teil ist das sicherlich das Spielmaterial. Holz in Baumform, Lehm als Ziegel, Tiere, die auch welche sind und nicht nur einfach ein Holzklotz, und Kürbisse, bei denen man immer wieder Lust bekommt, eine Halloween-Fratze drauf zu malen.

Doch auch die Welt, in die die Spieler geführt werden, hat seine Reize. Die eigene, anfangs ärmliche, Farm: Eine kleine 2-Raum-Holz-Hütte, Platz auf dem Hof und viele Ideen – so beginnt das Spiel. Ein Spiel der Mangelverwaltung – Grundsätzlich hat man von allem zu wenig, aber natürlich immer nur genau eines zu wenig: Sei es Holz, Lehm, Stein oder Schilf, Schafe, Getreide oder auch nur simple Nährwerte, es fehlt einfach an allem.

In der Vollversion (die andere habe ich nie gespielt), besitzt jeder noch 7 Ausbildungen und 7 kleine Anschaffungen. Jeder Spiele hat andere, in allen Karten gibt es keine zwei identischen, dafür gibt es viele Karten, beim Lotto gibt es weniger Kombinationsmöglichkeiten. Diese Karten beeinflussen die Strategie der Spieler, da sie in der Regel eine Richtung vorgeben, die sich für einen Spieler lohnt, um sich von denen anderen Spielern zu unterscheiden. Aber, und das ist ganz wichtig, die Karten sind in der Regel nicht alleine Spielentscheidend, auch wenn es durchaus starke Kombinationen gibt. Aber auch diese muss man erstmal auf den Tisch bekommen: Ausbildungen muss man erst machen und kleine Anschaffungen wollen gekauft und mit Rohstoffen bezahlt werden.

Außerdem wollen Rohstoffe gesammelt, Zäune gebaut, Äcker gepflügt, Korn ausgeseht und vieles andere Mehr getan werden, und dies Anfangs mit nur zwei Aktionen pro Runde und in gefühlt viel zu wenig Runden, es sind nur 14.

Der Startspieler jeder Runde hat einen Vorteil, aber jeder Spieler kann sich für die nächste Runde den Startspieler sichern.

Und nun haben wir endlich die Moorbauer-Erweiterung ins Spiel integriert. Jetzt ist der Hof nicht mehr ganz Leer: Es stehen einige Bäume im Weg und ein Teil des Geländes ist auch noch mit Sumpf überzogen. Braucht man den Platz, muss man erstmal das Gestrüpp  abholzen oder Torf stechen. Doch wenigstens geschieht dies mit Sonderaktionen. Diese sind knapp bemessen und machen das Leben für den Startspieler nicht leichter: Bestes Feld wählen oder Sonderaktion, die eine Zusatzaktion darstellt, durchführen? Außerdem gibt es neue große Anschaffungen und mit Pferden eine vierte Tierart. Und weiterhin gilt: Habe ich am Ende irgendwas nicht, gibts nicht nur keine Punkte, sondern auch noch Minuspunkte.

Fazit: Wer hätte das gedacht? Ein Spiel, welches schon genial und vielseitig ist, bekommt eine Erweiterung, die süchtig macht nach vielen weiteren Partien.