Alles nur geklaut

Ein „Best of“ der anderen Art: Für Fremde Federn hat sich Friedemann Friese bei einigen schönen Spielen der letzen Jahre bedient und daraus was neues gemacht.

Schon das Cover und der Spruch „Yes, we play“ sind dem amerikanischen Wahlkampf nachempfunden und genau um Wahlkampf geht es auch. Der Spieler entsendet seine Leute (jede Person hat genau eine Aktion) in ein Wahlkampfbüro, damit sie dort verschiedene Aufgaben für ihn erledigt, z.B. Spendengelder einsammeln. Agricola lässt grüßen.

Mit den Spendengeldern kauft sich der Spieler nach Möglichkeit Karten, um sein Kartendeck, welches ihm im Wahlkampf unterstützt, zu stärken. Klar: der Deckbau und auch die Nutzung des Kartendecks erinnert stark an Dominion.

Die Kartenauslage, die zum Kauf bereit steht, kommt aus Im Wandel der Zeiten. Womit auch schon die drei großen ideengebenden Spiele genannt sind. Aber sicherlich findet jeder noch das ein oder andere Element aus einem anderen Spiel wieder.

Die Graphiken sollte sich jeder genauer betrachten. An vielen Stellen sind Personen zu erkennen, die man im Politikteil jeder Zeitung finden kann. Aber auch Themen der letzten Zeit sind zu finden, so ist ein mögliches Ende des Spieles, wenn alle Doktortitel vergeben sind. Diese werden übrigens gekauft und sind nach Erwerb absolut nutzlos. Irgendwie ist da was wahres dran.

Fazit: Ein durchaus gelungener Mix aus Elementen anderer Spiele, auch die Einbettung in den Wahlkampf ist gut gelungen. Die Tiefe der einzelnen Spiele und auch die Vielseitigkeit von z.B. Agricola wird nicht erreicht, muss sie aber auch nicht, da aus den anderen Spielen ja auch immer nur ein Teil entliehen worden ist. Insgesamt ein schönes Spiel, welches immer dann auf den Tisch kommen sollte, wenn man sich mal wieder nicht einig ist, welches der anderen Spiele man den spielen könnte.

Steckbrief:
Titel: Fremde Federn
Anzahl Spieler: 2-4
Dauer: 95 min.
Alter: ab 12

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