Kann der Funke überspringen?

Es ist grün – klar, es ist ja auch ein 2F-Spiel. Diesmal was für Wenigspieler und Neueinsteiger. Doch können „Die ersten Funken“ von Friedemann Friese halten, was sie versprechen?

An vielen Stellen ist die Verwandschaft zu Funkenschlag nicht zu verkennen, doch sind die  Regeln oft deutlich einfacher, das Exakte durchrechnen, ist hier schneller, es gibt einfach nicht so viele Möglichkeiten. Analog zum Kraftwerksmarkt von Funkenschlag gibt es bei den ersten Funken den Werkzeugmarkt, nur hat jedes Werkzeug einen festen Preis, bekommen tut ein Werkzeug der Spieler, der als letzter in der Runde diesen Preis bezahlen will.

Das ausbreiten auf dem Feld wird nur durch schon an der entsprechenden Stelle befindliche Mitspieler verteuert, aber es gibt nicht wie bei Funkenschlag teure Wege. Gleichzeitig ist es leider nicht möglich, Wege für Konkurrenten zu sperren, jeder kann überall in, es ist nur eine Frage des Preises.

Neben den normalen Werkzeugen gibt es noch ein paar andere Errungenschaften, diese sollten nicht unterschätzt werden. Beispielsweise hat Feuer zwei positive Eigenschaften: Die eigene Nahrung wird haltbar, dadurch kann ein Vorrat angelegt werden, außerdem kann der Nahrungsvorrat vor den Mitspielern geheim gehalten werden, dies ist gerade im späteren Spielverlauf für Angriffe aus dem Hinterhalt nicht zu unterschätzen.

Für eine reine Ackerstrategie sollte auf die Erwerbung des Pfluges geachtet werden, dieser erhöht die Ausbeute auf den Feldern. Außerdem muss nicht, wie bei den anderen Werkzeugen, darauf geachtet werden, ob im eigenen Jagd- und Sammelbereich überhaupt die Nahrung vorhanden ist, für die das entsprechende Werkzeug ist.

Für Liebhaber von Funkenschlag sind die ersten Funken zwar eine nette Abwechslung, aber neben den Vereinfachungen ist leider auch Spieltiefe aus dem Regelwerk gestrichen worden. Dazu kommt, das die Regeln, wie leider öfter bei Friese-Spielen, an einigen Stellen unnötig kompliziert formuliert und nicht immer logisch aufgebaut sind. Dafür sind die Graphiken wieder mal sehr gelungen, vor allem bei Betrachtung einer Werkzeugart, wie zum Beispiel der Speere in der richtigen Reihenfolge.

Eine nette Idee ist der Erfolgsbogen, der dem Spiel bei liegt. Hier sollen die Spieler bestimmte ungewöhnliche Ereignisse dokumentieren, wie Beispielsweise das Erreichen des Spielzieles durch alle am Spiel teilnehmenden Personen.

Die ersten Funken kommen sicherlich ab und zu mal auf den Tisch, ob sie aber an Funkenschlag vorbeiziehen, kann bezweifelt werden.

Feuer – Hilfe mein Spiel brennt

Nachdem die Spiel 2011 nun schon eine Weile hinter uns liegt, wird es Zeit, endlich auch mal die Beute endgültig zu sichten und zu testen. Schon lange auf der Wunsch-Test-Liste steht dabei Flash Point – Fire Rescue von Kevin Lanzing, ein kooperatives Spiel erschienen bei Indie Boards & Cards für zwei bis sechs Feuerwehrmänner bzw. Personen, die dies immer gerne werden wollten.

Ziel des Spiels ist es, Personen aus einem brennenden Haus zu retten, bevor selbiges einstürzt. Wer hofft, das Feuer löschen zu können und das Haus zu retten, hat die Rechnung nicht mit dem Spiel gemacht: Feuer kann hier zu jeder Zeit an jeder beliebigen Stelle ausbrechen.

Die Regeln sind einfach, doch der Teufel steckt, wie so oft, im Detail. Nach jedem Zug eines Spielers, er kann bis zu vier Aktionspunkte verfeuern, ist das Feuer an der Reihe. Es hat zwar in der Regel nur eine Chance, weiß diese jedoch durchaus zu nutzen, um sich weil im Haus zu verbreiten. Jedes Feuer beginnt mit ein bisschen Qualmerei, doch sollte man ja nicht glauben, dass das nicht so schlimm sei. Es entwickelt sich schnell ein richtiges Feuer und dieses breitet sich schnell aus.

In der Einsteigerversion der Regeln, sind alle Spieler einfache Feuerwehrleute, laufen durchs Haus und versuchen Hausbewohner zu retten. Nebenbei müssen sie das Feuer in Schach halten, denn wenn das Feuer zu viele tragende Wände zerstört hat, bricht das Haus zusammen und alle restlichen Personen im Haus sind tot. Von zehn Hausbewohnern, darunter können sich auch Hund und Katze befinden, müssen sieben gerettet werden, um das Spiel zu gewinnen.

In der Fortgeschrittenenversion bekommt jeder Spieler eine Sonderrolle, dadurch wird der Einsatz deutlich taktischer. Je nach Lust und Laune der Spieler, kann der Notruf das Einsatzteam früher oder später erreichen, das Feuer kann also noch relativ übersichtlich sein oder sich schon weit im Haus verbreitet haben.

In der einfachsten Variante der Fortgeschrittenenversion war das Spiel nicht nur Abwechslungsreicher als in der Einsteigerversion, es war sogar einfacher, alle Leute zu retten.

Insgesamt ein sehr schönes Spiel, welches ein wenig an Pandemie erinnert. Leider sind die Regeln an vielen Stellen nicht eindeutig, dies betrifft vor allem die Fortgeschrittenenversion. Das Gefühl, das es sich um einen echten Einsatz handelt, kommt durch die Sonderrollen gut rüber, hier ist vor allem der Einsatzleiter positiv zu nennen, der durchaus die meiste Zeit des Spieles nur draußen steht, aber es gut versteht, seine Leute zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu schicken.

Alle Testrunden fanden mit vier Einsatzkräften statt, spannend wird der Test mit zwei Spielern, da hier plötzlich nicht immer überall wer sein kann und sich so das Feuer schneller in einer Ecke des Hauses ausbreiten kann.

Trotz taktischen Möglichkeiten, vor allem durch die Sonderrollen, ist leider der Faktor Glück sehr hoch: Es sind zwei Würfel im Spiel, die in aller Regel genau die Zahlen zeigen, die die Spieler am allerwenigsten sehen wollen – also so wie immer.

Auf jeden Fall was für Freunde von kurzen Kooperationsspielen.